

Kyunyu Pauline Makala über Kunst, Meer und Bewegung
Mit dem ersten Segel der SIRENA Dhow startet ein Projekt, das Kunst, traditionelle Bootsbaukunst und Meeresschutz verbindet. Weitere Segel sollen in den kommenden Saisons von Künstlerinnen und Künstlern gestaltet werden, die die Forster Gallery vertritt. Nach rund vier Monaten auf dem Meer wird jedes Segel zu limitierten Artefakten weiterverarbeitet; die Erlöse unterstützen Under The Wave Zanzibar. Kyunyu Pauline Makala hat das erste Segel gestaltet. Im Interview erzählt sie, wie sie diese besondere Aufgabe erlebt hat.
Pauline, was faszinierte dich an diesem Projekt?
Mich faszinierte vor allem die Grösse. Normalerweise arbeite ich auf Leinwänden oder an Mosaiken. Ein Segel dieser Dimension ist etwas völlig anderes. Man steht nicht einfach davor und malt ein Bild – man bewegt sich darin, arbeitet in Abschnitten und muss sich das Ganze immer wieder neu vorstellen. Gleichzeitig hat mich berührt, dass dieses Werk nicht an einem Ort bleibt. Ein Segel trägt Menschen über das Meer. Es ist Wind, Licht, Salz und Bewegung ausgesetzt. Meine Kunst wird dadurch Teil einer Reise. Diese Verbindung von Kunst, Natur und Bewegung hat mich sofort begeistert.
Was war die grösste Herausforderung bei der Umsetzung?
Die grösste Herausforderung war, das Gesamtbild im Blick zu behalten. Auf einer kleinen Leinwand sieht man das Motiv sofort als Ganzes. Auf einem zwölf Meter langen Segel arbeitet man Abschnitt für Abschnitt. Man muss sehr konzentriert bleiben und sich immer wieder fragen, wie alles zusammenwirkt. Dazu kam, dass das Segel später aus grosser Entfernung sichtbar ist. Die Farben mussten also stark genug sein, um auf dem Meer zu wirken. Gleichzeitig wollte ich Details einbauen, die man erst aus der Nähe entdeckt. Auch die Bewegung des Segels im Wind spielte eine Rolle. Das Bild bleibt nicht flach und ruhig – es verändert sich mit dem Boot, dem Wetter und dem Licht.
Wie hat dich die Delfin- und Schnorchelsafari inspiriert?
Die Safari war für mich sehr wichtig. Die Farben des Ozeans haben mich tief beeindruckt – dieses intensive Türkis, die dunkleren Blautöne, die Lichtreflexe unter Wasser. Beim Schnorcheln konnte ich die Unterwasserwelt aus nächster Nähe erleben. Das war sehr lebendig und unmittelbar. Besonders geblieben sind mir die Bewegungen der Delfine. Sie waren leicht, schnell und gleichzeitig sehr ruhig. Diese Energie wollte ich im Segel aufnehmen. Viele Eindrücke aus dem Meer sind in meine Farbwahl und in kleine Details eingeflossen. Aus der Ferne sieht man vor allem die grosse Bewegung des Bildes. Für die Gäste an Bord – und später auf den Artefakten – werden auch die feineren Elemente sichtbar.
Was bedeutet es für dich, dass das Segel später weiterverarbeitet wird?
Ich finde diesen Gedanken sehr schön. Das Werk verschwindet nach seiner Zeit auf dem Meer nicht einfach. Es verändert sich und lebt in anderer Form weiter. Jeder Ausschnitt trägt einen Teil der Malerei, aber auch die Spuren der Reise: Sonne, Wind, Salz und Bewegung. Für mich macht das die Arbeit noch lebendiger. Es ist nicht nur ein Bild, das betrachtet wird, sondern ein Werk, das unterwegs ist – zuerst auf dem Meer und später bei den Menschen, die ein Fragment davon weitertragen.
